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Allgemeine Informationen

Mai 01, 2008 aus der Spielgruppenzeitung
Was geschieht in einer Spielgruppe?

Für das Vorschulkind steht das Spiel im Zentrum seines Lebens. Spielend lernt es sich und seine Umwelt kennen und mach dabei ständig neue Erfahrungen. Kinder in diesem Alter sind sehr entdeckungsfreudig und von einer uneingeschränkten Kreativität. Der engste Familienkreis genügt ihrem Entdeckungsdrang nicht mehr, es drängt sie, diesen für neue ausserfamiliäre Erfahrungen zu verlassen. Eine Möglichkeit dazu sind Spiel-gruppen. Diese müssen sich an den Bedürfnissen der Kinder und an deren Entwicklungsstand orientieren:

  • In der Spielgruppe wird gespielt, mit verschiedensten Materialien gewerkt, gesungen, gemalt, geknetet, musiziert, gelärmt, Geschichten erzählt. Spielerisches Erleben, lustbetontes Erproben, gemeinsames Tun stehen im Zentrum aller Aktivitäten und nicht die Herstellung von Baselprodukten.

 

  • Die altersgemässen Bedürfnissen berücksichtigen heisst, dass alle Angebote im spielerischen wie auch im kreativen Bereich freiwillig sind, so dass das Kind die Möglichkeit hat, sich auch zurückzuziehen, zu be-obachten, seinen eigenen Rhythmus zu leben und auf seine Art am Geschehen teilzunehmen. Die Spielgruppe hat daher weder einen Spiel- noch einen Lehrplan. Die Kinder bestimmen weitgehend die Aktivitäten selber. Die Leiterinnen bieten dazu einen grossen Freiraum, setzen aber auch klare Grenzen.

 

  • Die Spielgruppe soll ganz frei von Leitungsdruck sein. Stillsitzen und sich während längerer Zeit auf ein bestimmtes Thema konzentrieren oder gar möglichst exakte Bastelarbeiten ausführen – das entspricht in keiner Weise dem Spielgruppengedanken. Kinder im Spielgruppenalter sind damit schlicht überfordert.

 

Was bringt eine Spielgruppe dem Kind?

  • Spielgruppen sind ein soziales Erfahrungsfeld. Die Kinder lernen dabei, ihren eigenen Platz in einer Gruppe Gleichaltriger zu finden. Sich behaupten, Rücksicht nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen akzeptieren, einander helfen, aufeinander hören, aber auch streiten und wieder Frieden schliessen sind Bestandteile des Gruppenlebens.

 

  • Im sicheren, überschaubaren Rahmen einer Spielgruppe kann das Kind die langsame Ablösung von seinen engsten Bezugspersonen üben. Es macht erste Schritte in eine ungewohnte Umgebung hin zur neuen Bezugs-person, hin zu den anderen Kindern mit ihren Eigenheiten, Aggressionen, Liebenswürdigkeiten und Launen, aber auch hin zu mehr Offenheit, Spontaneität und Selbständigkeit. Es erweitert seine handwerklichen, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten. Durch die Spielgruppe bekommt das Kind seinen ganz persönlichen Erlebnisbereich, den es nicht mit den Geschwister teilen muss, und es findet einen langsamen Übergang von der Familie zur Grossgruppe im Kindergarten.

 

Was bringt eine Spielgruppe den Eltern?

Die Eltern haben durch die Spielgruppe die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und mit andern Eltern gleich-altriger Kinder Erfahrungen auszutauschen. Den engsten Bezugsperson den des Kindes kann die Spielgruppe eine Hilfe sein. Für Mütter und Väter ist sie zudem eine Gelegenheit, für kurze Zeit ihre eigenen Bedürfnissen wahrzunehmen.